UNTERWEGS ANKOMMEN

entdecke deine welt!

UNTERWEGS ANKOMMEN

geh deinen weg!

UNTERWEGS ANKOMMEN

leb deine einzigartigkeit!

UNTERWEGS ANKOMMEN

starte dein abenteuer!

Mit Geige und Gesang durch Schottland

Friederike Löbbecke - Schottland2012


Die Ceilidh Culture in Schottland

Friederike Löbbecke macht sich 2012 mit ihrer Geige im Gepäck auf nach Schottland. Fasziniert von dem Traditionsbewusstsein und dem Nationalstolz dieses Volkes möchte sie die Folk-Musik dort selbst erleben.

Meine zis-Studienreise hat mich nach Schottland verschlagen, wo ich mich auf die Spuren der traditionellen Ceilidh Kultur begeben habe. Unter dem Stichwort „Ceilidh Kultur“ lässt sich alles traditionell-gesellige wie Geschichten erzählen, Tanzen und Musizieren zusammenfassen. Mit all den Dingen habe ich mich im Laufe meiner Reise befasst, aber am meisten hat mich die Musik begeistert!

Mit meiner Geige im Gepäck habe ich mit fremden Leuten in Pubs musiziert, bin auf zwei Festivals gewesen und habe so nach und nach ein immer stärker verwobenes Netz an Liebhabern der traditionellen Musik ausfindig gemacht!

Eine wichtige Erfahrung, die ich als „zis-Reisende“ gesammelt habe ist, dass es sich lohnt, nie aufzugeben. Immer wenn ich nicht wusste, wie es weitergehen soll, hat sich mir eine neue Tür geöffnet. Oder besser gesagt: Die Leute haben ihre Türen für mich geöffnet! ...Türen zu ihren Häusern, Türen in die Welt der schottischen Musik und Türen zu ihren Herzen: Die erste Unterkunft meiner Reise war ein Fahrradladen in Edinburgh. Den Kontakt hatte ich über das Internet ausgemacht. Der Besitzer hatte seine Begeisterung zur schottischen Musik allerdings nur vorgetäuscht, damit er jemanden findet, der seinen Fahrradladen kostenlos betreibt.

Diese Enttäuschung hat mich am Anfang meiner Reise recht mutlos dastehen lassen. Umso intensiver war die Freude und Dankbarkeit, als mir bereits am zweiten Tag in Edinburgh Gica angeboten hat, bei ihr einzuziehen! Gica habe ich bei einem Workshop im Storytellercenter kennengelernt. Ich habe meine ganze Zeit in Edinburgh bei ihr verbracht, sie hat mir ihren Hausschlüssel gegeben und sie meinte, ich dürfte mich mit Essen bedienen! Obendrein hat sich dann auch noch herausgestellt, dass Gica Fiddlelehrerin ist!

Eine weitere sehr liebevolle Begegnung meiner Reise war am Sonntag in der Kirche in Portobello, Edinburgh. Dort habe ich beim Kirchenkaffee ein Anfang 90 jähriges Ehepaar kennengelernt. Beth und ihren Mann Boyd. Boyd hat eigene Fiddle Stücke geschrieben.

Die beiden haben mich mit nach Hause genommen und ich habe mit Boyd seine Fiddlemelodien gespielt. Seine Frau, Beth, war ganz angetan von ihrem Mann und seinen Fiddlestücken. Das war wirklich rührend!

Wie sich selbst die Enttäuschungen meiner Reise schonbald als Segen herausgestellt haben, davon bin ich noch immer begeistert! Wäre ich bei meiner ursprünglichen Anlaufstation, dem Fahrradladen, geblieben, dann hätte ich zum Beispiel Gica und das Ehepaar aus der Kirche nie getroffen.

Immer in Erinnerung bleiben wird mir auch Claire mit ihrer Familie. Claire habe ich bei einem Storytelling in Aberdeen kennengelernt. Ich habe bei der Vorstellrunde bloß ein oder zwei Sätze über mein zis-Projekt gesagt und Claires Reaktion war sofort: „Weißt du schon, wo du die nächste Woche verbringst? Wenn nicht guck ich mal, was ich organisieren kann!“ Einen Tag später hat sie bei mir angerufen und mich zu sich nach Forfar eingeladen, wo sie mit ihrem Mann, ihren zwei kleinen Kindern und ihren Eltern wohnt. Claire hat sich um mich gekümmert, wie um einen lang erwarteten Gast! Für jeden Tag hat sie versucht, mir irgendetwas für die zis-Studie zu organisieren - eine Musiksession im Pub, ein Storytelling, Folkkonzerte ...und an den Abenden, an denen wir zu Hause waren, hat sie mir schwärmerisch von ihrem Hochzeits-Ceilidh und – zum Teil auch kritisch – von vielen schottischen Traditionen erzählt.

Claire und ihre Familie habe ich ganz besonders ins Herz geschlossen. Der Abschied nach einer Woche viel mir schwer, aber ich war für meine weitere Reise von einem Gefühl der Dankbarkeit gestärkt, dass mir auch heute, nach einem Jahr, noch manchmal Kraft gibt!

Die letzte Station meiner Reise sollte Glasgow sein und das war, wie sich herausstellte, die passendste Endstation, die ich hätte wählen können: Viele interessante „Musiker - Bekanntschaften“, die ich auf meiner Reise bis dahin gemacht hatte, haben sich hier zu dem Netz gefügt, von dem ich bereits gesprochen habe. Ich bin in den Pubs so manches Mal auf Musiker gestoßen, die ich entweder von einem der zuvor besuchten Festivals kannte oder die Leute kannten, bei denen ich zuvor für eine Weile gewohnt hatte!

So habe ich am Ende meiner Reise verstanden, dass die engere Folkszene ein doch eher geschlossener Kreis ist. Insbesondere die jüngeren Musiker sind dabei etwas arrogant, was viele Außenstehende abschreckt. Dass ich, als absoluter Laie der Fiddlemusik, trotzdem herzlich aufgenommen und akzeptiert wurde verdanke ich wohl den durch zis geschaffenen unkonventionellen Rahmenbedingungen meiner Reise!

Über ein Jahr ist meine Studienreise nach Schottland nun schon her und wenn ich heute daran zurück denke, komme ich immer wieder ins Staunen, über all die lieben Menschen, die die „Schatztruhe meiner Reise“ bis zum überlaufen gefüllt haben!


Schlagworte

Musik Künste

Hast du Fragen an uns?

Tel: 07553 / 919 332
Mo - Do 8.30 - 14.00 Uhr
oder
info@zis-reisen.de

Die zis-Bücher

Zum 50- und 60-jährigen Jubiläum ist jeweils ein Buch über zis erschienen. Die Bücher können über die Geschäftsstelle erworben werden.

> Zur Leseprobe "Reiseziel Erfahrung"
> Zur Leseprobe "Jugendliche entdecken fremde Kulturen"​​​​​​​