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Mensch und Natur in den Ausläufern des Jura

Eva Flick - Schweiz2003


Ich dachte immer, dass ich wüsste was es bedeutet, "auf dem Dorf zu leben": Ich hatte nur stündlich die Möglichkeit, mit dem Bus in die Stadt zu fahren und zu all meinen Hobbys musste ich gebracht und abgeholt werden. Doch dann fand ich mich in einem 60-Einwohner-Dorf mit wesentlich mehr Kühen als Menschen wieder. Wenn ich erzählte, ich komme aus einem kleinen Dorf, schaute man mich ungläubig an. Obwohl es kein öffentliches Verkehrsnetz gab, fühlte ich mich nie wie im "letzten Bergdorf", sondern eher frei - inmitten der Natur.

Als ich anfangs auf die Landbevölkerung zuging, um etwas über die Tierhaltung und ihre Lebensweise zu erfahren, zeigten sich alle misstrauisch. Was versteht denn schon ein "Stadtmensch" vom Landleben? In Froidevaux, kennt jeder jeden und weiß so ungefähr was er tut. Diese Eigenschaft kam mir sehr zugute, da sich schnell herumsprach, dass ich dort für kurze Zeit lebte und mich für ihre Arbeit interessierte. Doch zu Beginn musste ich erst beweisen, dass ich mich auch wirklich dafür interessiere, wie das Leben auf dem Land so abläuft.

Ich kam Abend für Abend wieder, um beim Melken zu helfen. Je öfter ich kam, desto gesprächiger wurde der Bauer. Er erkundigte sich nach meiner Heimat und fing an, mir von sich aus etwas über die Kuhhaltung zu erklären, erzählte mir, was er in den nächsten Tagen vorhatte und lud mich ein, mitzukommen. So durfte ich miterleben, wie die Kälber zum ersten Mal in ihrem Leben auf die Weide gefahren wurden und wie die Herde von der Weide zurückgetrieben wurde. Schließlich hatte ich hatte es geschafft, nun gehörte ich einfach dazu!

Die Art der Leute empfand ich als unheimlich herzlich. Aufgrund der großen Distanzen, die sie stets zurücklegen mussten, um sich zu sehen, nahmen sie sich einfach mehr Zeit füreinander. Es gab stets einen lebhaften Austausch zwischen den Menschen, wenn sie sich wiedersahen. Nach Versammlungen oder Vorträgen blieben wir immer noch zum Gespräch zusammen und es gab zu Essen und zu Trinken. Bei solchen Gelegenheiten traf ich die unterschiedlichsten und konnte Kontakte knüpfen zu traditionellen Künstlern, Förstern sowie Bauern aus Kuh- und Schafshaltung. Selbst wenn man sich auf der Straße traf, wechselte man stets ein paar Worte. Dort wo ich einmal war, ob zum Helfen bei der Tierhaltung oder zum Eierholen, wurde ich wieder eingeladen. Mir wurde eine unglaubliche Offenheit entgegengebracht.

Ich bin froh, eine zis-Reise gemacht zu haben, denn dadurch wurde dieser enge Kontakt zu den Menschen erst möglich. Vermutlich wäre ich von mir aus etwas zurückhaltender gewesen und nicht so direkt auf die Leute zugegangen. Ich fand es jedoch richtig angenehm, die Menschen in ihrem Alltag zu begleiten und auf ganz natürliche Weise etwas über ihr Leben zu erfahren.


Schlagworte

Geographie Landwirtschaft Umwelt

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