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Leben und Arbeiten in der Wildnis Nordschwedens - Alltag, Vergangenheit, Faszination

Daniel Waldhuber - Schweden2008


Am 7.8.2009, meinem mittlerweile einundzwanzigsten Geburtstag, liege ich im nordschwedischen Östersund am großen See auf frisch gemähter Wiese in der Sonne und denke zurück daran, was im letzten Jahr passiert ist: Was mein Leben bestimmt hat, wie ich mich verändert habe und was mir am meisten bedeutet hat. Es ist sicher kein Zufall, dass ich ein Jahr zuvor am selben Ort war. Ich fühle mich hier fast schon zu Hause, dieses Land zieht mich wie magisch an. Seit dem Sommer 2008 mehr denn je.

Einen ganzen Monat lang war der Weg mein Ziel, die Reise durch Nordschweden, um im Kern herauszufinden, was die Faszination des Lebens dort oben ausmacht. Hierzu besuchte und beobachtete ich diverse individuelle Persönlichkeiten, die dort oben schon immer lebten oder die es dort hingezogen hatte. Einziger Fixpunkt war die Inlandsbahn, eine alte Eisenbahnstrecke, die von Kristinehamn am Vänern im nördlichen Südschweden über Östersund mitten durchs Land geradewegs in den Norden bis nach Gällivare im tiefsten Lappland führt. Die Arbeit zu verfassen hat sich als schwieriger denn erwartet herausgestellt, da ich selbst aus dem Staunen niemals herauskam, mich zur Objektivität bemühen musste und es einfach schwer war, dem Erlebten in einfachen Worten gerecht zu werden. Da war Kerstin, die sich so reizend um mich kümmerte, mir ein wunderbares Programm in der Orsa Finnmark zusammenstellte und mir einfach das Gefühl gab, herzlich willkommen und auf dem richtigen Weg zu sein. Da waren Lisa und Caroline, die in meinem Alter so naturverbunden und glücklich dort oben waren. Wir sind gute Freunde geworden und sehen uns hoffentlich irgendwann einmal wieder. Da waren Jochen und Sandra, die ich einfach so traf auf dem Weg nach oben, überhaupt all diese Menschen die ich einfach so traf und die sich immer Zeit für mich nahmen und mir das Gefühl gaben, zu Hause zu sein.

Und dann war da Lappland. Das endlose, weite, stille und anmutige Lappland. Zwei Wochen (Er)Leben und Arbeiten ohne Strom und fließend Wasser, mitten in der Wildnis. Ein Leben, bei dem das Einfache zum Besonderen wird, jedweder Luxus lächerlich und überflüssig, fernab von jeglichen Rhythmen westlicher Zivilisation. Wenn man eine Viertelstunde braucht, um an der Quelle Trinkwasser holen zu gehen, dann ist jeder Schluck ein unvergleichliches Geschmackserlebnis. Dort oben lernt man das pure Leben an sich in all seinen Aspekten zu schätzen. Man erkennt, welche Dinge wirklich wertvoll sind.

Ich kann mit großer Sicherheit sagen, dass zis nicht nur mein letztes Lebensjahr, sondern mein gesamtes Leben in nicht unterschätzbarem Maß geprägt hat, allem voran in meinem Umgang mit der vermeintlichen Fremde.

Ein  weitere

Und nun liege ich hier wieder, am Wasser, in der Fremde, die mittlerweile irgendwie zu meinem zu Hause geworden ist: Es ist wunderbar, wenn sich alle Dinge zu einem großen Gesamtbild verdichten, wenn man merkt, dass das was man gerade tut kein Zufall ist: Ich philosophiere also dort innerlich über Bedeutsamkeiten meines Lebens, wo ich nur wegen einer der größten Bedeutsamkeiten, zis, wieder bin. Das ist simpel, aber auch sehr schön, und absolut bewusst wird es mir erst hier. Denn es war für mich einfach immer selbstverständlich, zurückzukehren.

Und nun sauge ich die frische Luft förmlich in mich auf, fühle, wie mich das zis-Glück durch die Erinnerung wieder packt. Nur wer sich einen ehemaligen zis-Reisenden nennen darf, der weiß in allen Facetten, wie sich zis-Glück anfühlt, nur der versteht dieses Lebensgefühl voll und ganz. Ich will den vielen Menschen, die leider nie in den Hochgenuss einer zis-Reise kommen konnten, nicht unrecht tun, auch sie können fabelhaft sein. Aber eins steht fest: Würde absolut jeder Mensch die zis-Philosophie und all ihr Glück in der Praxis kennen, dann wäre unsere Welt definitiv eine aufgeschlossenere, offenere, tolerantere, somit friedlichere und damit schlicht und einfach bessere.

Über sechs Milliarden zis-Reisen sind unmöglich, aber jeder weitere Stipendiat ist ein kleiner Schritt in die richtige Richtung, auf die gute Seite. Denn wer eine solche Reise wirklich erlebt hat, der muss ein großes Herz haben. Ich kann von mir sagen, dass meines während und seit der Reise immer mehr gewachsen ist.

Ich muss der selbstgeschaffenen Tradition meines Tagebuchs, meine Reisegefühle anhand von Songs zu beschreiben, einfach treu bleiben: Wer daran interessiert ist, wie sich das Freiheitsgefühl einer zis-Reise in den hohen Norden annähernd anfühlt; wie es ist, mit dem Zug nachts durch helle, unendliche Weiten zu gleiten, der möge mit stiller Konzentration dem Song „North“ der französischen Band Phoenix lauschen. Und ich bin sicher, er wird verstehen.


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Tiere Umwelt

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