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Die Heilsarmee in Großbritannien - ihre Entwicklung in der Vergangenheit und Gegenwart

Marlene Kowalski - Großbritannien2007


Marlene Kowalski, geboren 1989, reiste durch die Großstädte Großbritanniens, um einer in Deutschland wenig bekannten Organisation auf die Spur zu kommen: der Heilsarmee. Schnell fand sie Zugang in eine fremde Welt und eine Gesellschaft, die sich um die Menschen an der Peripherie der Gesellschaft kümmern.

„Jugend ist die Zeit, um von einem Ende der Welt zum anderen zu ziehen, sowohl im Geiste als auch körperlich, und die Gebräuche verschiedener Länder und Kulturen kennen zu lernen, weil wir alle Bürger vieler Nationen sind.“ Diesen Spruch des schottischen Schriftstellers und Philosophen Robert Louis Stevenson habe ich auf meiner zis-Reise durch Großbritannien gefunden – und er hat mich seitdem nicht mehr losgelassen, ist zu einem persönlichen Leitspruch und Motto geworden und erinnert mich daran, beständig über den eigenen Horizont hinauszuschauen – so, wie ich es auf dieser Abenteuerreise mit zis gelernt habe.

Doch was bleibt wirklich von so einer Reise übrig? Was ist die Essenz, das Resultat, das auch aus der Distanz von einem Jahr noch klar erkennbar ist, wenn die unmittelbaren Erfahrungen merklich verblasst sind?

Meine Reise hat mich für vier Wochen nach London, Birmingham und Edinburgh geführt, um dort den Spuren der Heilsarmee zu folgen, die in Deutschland längst nicht so populär ist, wie in ihrem Ursprungsland. Die Heilsarmee versteht sich als ein Doppelgespann aus Kirche und Caritas, welches sich zur Aufgabe gemacht hat, den Menschen, die an der Peripherie unserer Hochleistungsgesellschaft leben, eine Zuflucht zu bieten. Entstanden aus dem Methodismus, war die Heilsarmee einst eine revolutionäre Bewegung, die für einen spürbaren sozialen Einsatz der Kirchen plädierte. Und in der Tat habe ich Menschen getroffen, deren Engagement vorbildlich ist, die aus Solidarität mit Alkoholkranken ein Leben in selbstgewählter Abstinenz führen, die auf der Straße öffentlich gegen Abtreibung oder Kindesmissbrauch demonstrieren und die Auffangzentren für obdachlose oder alte Menschen errichten.

Mit ihrem Leitspruch „Belief in action“ zeigen sie, dass Nächstenliebe für sie keine leere Worthülse ist, sondern authentisch gelebt werden will. Durch diesen Aktionismus kann die Heilsarmee eine breite Akzeptanz in der britischen Bevölkerung verzeichnen. Und auch ich habe bei freiwilligen Straßensäuberungen Jugendlicher in einem Schmuddelviertel Birminghams erlebt, dass die Menschen von der Präsenz der Kirche überrascht sind, dass dies Gelegenheiten bietet, mit ihnen über den Glauben ins Gespräch zu kommen. Eine der markantesten Erfahrungen für mich war in der Tat diese Offenheit, mit der mir Menschen begegnet sind, wie sie mit mir, einer Fremden, über ihren Glauben, über ihre Hoffnungen, Visionen und auch Ängste gesprochen haben. Dieses Vertrauen hat mich tief berührt und hat auch mich vor existenzielle Fragen gestellt. Somit war die zis-Reise auch eine Entdeckungsreise zu meinem Innersten, zu meiner Spiritualität.

Natürlich hat die Heilsarmee nicht, wie andere große Konfessionen, bedeutende Theologen oder Intellektuelle hervorgebracht; sie ist eine Kirche von anpackenden, handelnden Menschen. Aber eine Situation hat mir besonders gezeigt, dass dieses auf die Gegenwart orientierte Engagement in der Realität bisweilen effektiver ist. Man stelle sich einmal vor: Vom Elend und der Hoffnungslosigkeit ist man noch ganz benommen, weil man gerade aus einem Obdachlosenheim der Heilsarmee kommt und der Anblick von lebensmüden, verzweifelten Menschen einen nicht loslässt. In dem Heim jedoch finden sie Respekt und neue Aufgaben. Durch Zufall geht man in eine große anglikanische Kirche und es verschlägt einem fast die Sprache vor dem sich auftuenden Wohlstand: Prunk und Glanz, Überfluss und Dekadenz, wo das Auge nur hinschaut. Am Ausgang in der Ecke befindet sich ein kleiner dunkler Kasten, auf dem großmütig steht: „Für die Armen“. Überkommt einen bei diesem Anblick nicht unweigerlich der Eindruck von Ungerechtigkeit, Scheinheiligkeit und Unaufrichtigkeit? Ist das nicht alles ein großes Spiel der Selbstverherrlichung…?

Dieses Erlebnis hat mich wachgerüttelt: Mag sein, dass die Heilsarmisten keine Philosophen und Idealisten sind, aber sie sind Weltverbesserer im Kleinen, sie erkennen ihre soziale Verantwortung und nehmen sie wahr, sie handeln uneigennützig und altruistisch. Und genau deswegen ist das rote Schild der Heilsarmee in Großbritannien bekannter als das leuchtend gelbe „M“ von Mc Donalds: Engagement, das Spuren hinterlässt.

So hatte ich auf meiner zis-Reise eine Vielzahl ambivalenter Eindrücke zu verarbeiten, die bis heute nachwirken. So bleibt nach einem Jahr das Gefühl des Beschenktseins zurück, das Gefühl der Dankbarkeit und auch die Erinnerung an selbstlose Gastfreundschaft und Wärme, die mir entgegengebracht wurden.


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