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Das Dalapferd und warum es als Symbol Schwedens gilt

Michael Wagner - Schweden2008


Um 18 Uhr war ich dann mit Stinas Kusine Maria, ihrem Mann Nils und Sohn Robert verabredet. Sie hatten herausgefunden, dass ich noch nie Angeln war und wollten dieses Faktum Vergangenheit werden lassen. So nahmen sie mich und einen Freund Nils‘ mit zu einem See bei Oxberg, 20 Kilometer von Mora entfernt.

Dort war es sehr kalt und die große Leidenschaft für das Fischen habe ich nicht in mir wecken können. Dennoch hielt ich Stand gegen Kälte und Langeweile und letztendlich profitierte ich von diesem Ausflug. Es ist ja hier in Schweden auch mein Ziel, so viele Erfahrungen wie möglich zu sammeln und so viel wie möglich über die Schweden und ihre Lebensweise herauszufinden. Das Angeln in der schwedischen Wildnis konnte mir auf jeden Fall weiterhelfen bei meinem Versuch, das Schwedisch-Sein zu ergründen.

Ich denke, dass meine Reise auf einem guten Weg ist. Eine bessere Stätte, um alles über das Dalapferd herauszufinden, gibt es nicht und mein Kontakt zu den einheimischen Menschen ist weit entfernt von der touristischen Oberflächlichkeit. Ich lerne jeden Tag neue Menschen kennen und erlebe alltägliche Situationen mit, als wäre ich schon immer dabei. Dieser Eindruck wird mir auch von den Personen um mich herum vermittelt. Als ich vorhin beim Angeln war, kamen sogar Bertil und Stina bei Gunilla vorbei, um sich nach mir zu erkundigen. Als ich sie gestern verließ, sagten sie, dass ich schon fast so etwas wie der dritte Sohn für sie wäre.

Dieser Ausschnitt meines Tagebuchs beinhaltet - abgesehen von dem Punkt, dass die Tätigkeit ein wenig langweilig war – typische Merkmale meiner Reise durch Schweden.

Zum einen enthält der Text viele Namen. Dies zeigt, dass ich während meiner Reise mit sehr, sehr vielen Menschen in Kontakt getreten bin. Dabei hat mir auch mein Thema geholfen: Ich habe bewusst eine eher unkomplizierte Fragestellung gewählt, um leichter in einer fremden Sprache darüber sprechen und diskutieren zu können. Die Kommunikation auf Schwedisch mit Einheimischen und grundsätzlich das Eintauchen in die schwedische Kultur war das eigentliche Ziel meiner Reise. Dass mir das geglückt ist zeigt unter anderem, dass meine Haupt-Gastgeber Bertil und Stina mich schon fast als Familienmitglied betrachteten. Außerdem zeigt der Text die Offenheit und Gastfreundlichkeit der Schweden: So wurde ich kurzerhand zum Angeln eingeladen, obwohl ich die Personen erst seit wenigen Minuten kannte.

Die Tatsache, dass ich zum ersten Mal in meinem Leben angeln war, offenbart ebenfalls Charakteristisches: Die Einstellung, für alles offen zu sein und so viele Eindrücke wie möglich sammeln zu wollen. Dies und die ausgeprägte Gastfreundschaft der Schweden eröffneten mir somit viele Möglichkeiten. Sehr geholfen hat mir auch Christina Liljegren, die den Kontakt zu dem Dalapferd-Betrieb Grannas in Nusnäs herstellte, bei dem ich die meiste Zeit meiner Reise verbrachte und die meisten Informationen zu meinem Studienthema sammeln konnte. Christina unterstützte mich, indem sie beispielsweise freien Eintritt bei Sehenswürdigkeiten in der Region (Faluner Kupfergrube, Zornhaus in Mora, Carl-Larsson-Gården etc.) organisierte.

Der Extrakt zeigt auch, dass ich versucht habe, „das Schwedisch-Sein zu ergründen“. Da Schweden schon immer mein absolutes Traumland ist, stand für mich das Reiseland schon vor dem Reisethema fest. Woher diese Faszination für dieses skandinavische Land genau kommt, kann ich nicht sagen, aber sie ist durch meine Reise noch gestiegen. Um so viel wie möglich über Schweden herauszufinden, habe ich meine Augen nach Unterschieden zu Deutschland offengehalten. Dass das Alltagsleben lockerer und stressfreier vonstatten geht, dass der Umgang der Menschen miteinander persönlicher ist und dass die[nbsp] Schweden mehr und zu anderen Zeitpunkten (rund um die Uhr) Kaffee trinken sind nur wenige Ungleichheiten, die mir spontan einfallen.

Das Sammeln von Informationen zu meinem Reisethema hat mir ebenfalls sehr viel Spaß bereitet. Die Leidenschaft, mit der die Schweden von ihren Handwerksprodukten sprechen und schwärmen, hat mich in seinen Bann gezogen. Außerdem durfte ich tatsächliches mein eigenes Dalapferd produzieren.

Was die Höhepunkte meiner Reise waren? Das ist eine schwierige Frage. Ich denke, es sind weniger spezielle Momente, sondern eher Dinge, die sich über die komplette Reisezeit erstreckt haben. Zum Beispiel, die Gastfreundschaft, die ich erfahren habe oder die Verbesserung meiner schwedischen Kommunikationsfähigkeit. Ganz wichtig auch die Veränderung meiner Persönlichkeit: Das Selbstvertrauen, das ich gewonnen habe und das Zutrauen, auf Leute zuzugehen. All das sind Dinge, deren Auswirkungen mich hoffentlich noch mein Leben lang begleiten.


Schlagworte

Handwerk Künste

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