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Auf der Suche nach dem Glück in Dänemark

Nayyer Nolte - Dänemark2014


Nayyer Nolte reist 2014 mit seinem Rucksack auf dem Fahrrad durch Dänemark, das Land mit den angeblich glücklichsten Menschen.

Wie fasst man eine viereinhalb Wochen lange Reise ins Ungewisse voller Erlebnisse, positiven wie negativen Erfahrungen, am besten zusammen? Beim Schreiben dieses Rückblicks scheint mir das ein Ding der Unmöglichkeit zu sein. Eine zis-Reise lässt sich sehr schwer auf einzelne Ereignisse oder Begegnungen reduzieren, denn ebenso wie das Leben ist auch das gesamte „zis-Projekt“ eher ein Prozess samt Ereignisketten und unterschiedlichen Entwicklungspfaden. Mit einem 20-Kilo-Rucksack, Zelt, einem kleinen Rucksack und einer Isomatte beradelte ich frohen Mutes Nordjütland mit einem klaren Forschungsauftrag: Sind die Dänen wirklich glücklicher als andere Menschen? Falls ja, welche individuellen Glücksquellen haben die Dänen? Was kann ich für mein Leben mitnehmen? Auf der Suche nach dem Glück konnte ich mich zu Beginn meiner Reise kaum festlegen, welchen Fragen ich nachgehen sollte, ja, wie ich einen so schwer zu erfassenden theoretischen Gegenstand wissenschaftlich-analytisch und persönlich-zwischenmenschlich zugleich erfassen sollte. Glück oder ein Gefühl von Zufriedenheit lässt sich kaum messen, regulieren oder erzwingen; Glück entspricht auch immer einem einzigartigen Momentum. Bei meiner Auseinandersetzung mit dem Thema Glück stieß ich zwangsläufig oft auf unsere gegenwärtige Leistungsgesellschaft. Ganz pauschal betrachtet lebt die westliche Welt in einer Maschinerie, in der wir uns in Konkurrenz zu anderen durchsetzen müssen, um unsere Ziele zu erreichen: Vorschule, Grundschule, Mittelstufe, Oberstufe, Studium, Beruf, Familie, Haus bauen. Wieso muss es aber so und nicht anders gehen, um zum persönlichen Glück zu gelangen? Es fühlt sich gar so an, als müsse man erst eine Tür öffnen, um die darauffolgende Tür mit einem noch größeren Schlüssel zu öffnen, bis am Ende die lang ersehnte Selbsterfüllung und Glückseligkeit wartet. Diesbezüglich eine Ausnahme zu sein, beansprucht vor allem Dänemark: Die Dänen sagen, es spiele keine Rolle, welchen Beruf du hast, welche Ausbildung man durchläuft. Ganz gleich wie die Voraussetzungen sind, habe jeder die Chance, ein gutes Leben zu führen. Ole Faaborg, Professor im Ruhestand an der UCN in Aalborg ging sogar so weit, dass er meinte: „Dänemark gilt nur als zufriedenstes Land, weil unser Wirtschaftssystem dem eines sozialistischen Staates ähnelt.“

Ganz unabhängig von einer klaren Schlussfolgerung, ob die Dänen nun glücklicher als Menschen anderer Nationalitäten sind, war das letztlich nur ein Teil meiner Recherche. Ein viel bedeutenderer Teil waren die Begegnungen mit Menschen, die mir von ihrem persönlichen Glück oder Unglück erzählten - und meine eigenen Erfahrungen. So sah ich mich wechselwirkend mit glücklichen und unglücklichen Momenten konfrontiert. Ich merkte sehr schnell, dass alleine reisen sehr wohl einsam machen kann, mich aber die Freiheit, meine Tage ohne Zwang so zu planen, wie ich es wollte, sehr glücklich machte. Während ich tagsüber an Schulen mein Projekt vorstellen durfte, von einem Universitätsprofessor zum Mittagessen eingeladen wurde, private Führungen durch Museen bekam oder Menschen bei ihrer Arbeit begleiten konnte, vermisste ich vor allem abends den Trubel und die Menschen, die mich tagtäglich begleiteten.

Die Gefühle unendlicher Freiheit, Selbstverwirklichung und Selbstfindung lassen sich kaum beschreiben oder an einzelnen Glücksfaktoren festmachen. Diese Gesamtheit, das Paket der Zufriedenheit, erfuhr ich während meiner zis-Reise, aber auch bei der Vorbereitung, beim Stipendiatentreffen und durch die neuen Freundschaften, die ich dank zis schließen konnte. Dennoch war ich während meines Trips ständig auf der Suche, auf der Suche nach Erfüllung, Selbstbestätigung und Anerkennung. Selten fiel es mir leicht, vollends zu „rasten“ und wie man so schön sagt „in vollen Zügen zu genießen“, und das, obwohl alles perfekt schien.

Als ich auf dem Rückweg im Zug alle Interviews, Unterlagen, Bilder und mein Tagebuch sichtete, wurde mir der eigentliche Sinn hinter meiner zis-Reise bewusst: Ich war nicht auf der Suche nach dem Glück der Dänen, ich war auf der Suche nach meinem ganz persönlichen Glück.

Ein Jahr später weiß ich nun, dass ich es gefunden habe.


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Gesellschaft

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