Eine eigene Stiftung für zis:
die Friedrich Karl Klausing-Stiftung

Die Friedrich Karl Klausig-Stiftung ist eine unselbstständige Unterstiftung von zis. Ihre Erträge fließen in voller Höhe den Stipendien der zis Stiftung zu, außerdem werden die Buchpreise der zis Stiftung für Studienreisen damit finanziert. Das sind Auszeichnungen für Stipendiaten, deren zis-Reise und die Ausarbeitung die Jury besonders überzeugt haben.

Mit der Stiftung soll die Erinnerung an Friedrich Karl Klausing (24.05.1920 bis 08.08.1944) wach gehalten werden. Der junge Offizier war Adjutant Oberst Claus Schenk von Stauffenbergs und gehörte mit zu den Widerstandskämpfern des 20. Juli 1944. In Folge des gescheiterten Staatsstreichs wurde Klausing am 8. August 1944 in Berlin-Plötzensee hingerichtet.

Friedrich Karl Klausing leistete unter Einsatz seines Lebens Widerstand gegen ein Unrechtsregime, weil ihn sein Gewissen dazu zwang. Er handelte sicher nicht aus demokratischer Überzeugung, doch er brach fundamental mit den Wertvorstellungen, die in seiner Umgebung, aber auch in seiner Familie herrschten.

Klausing stammte aus einer deutsch-nationalen Familie. Sein Vater war ein erfolgreicher Jurist, Professor an der Prager Universität und dabei überzeugter Nationalsozialist. Wie fast alle Angehörigen des militärischen Widerstandes war auch Klausing zu Beginn des Dritten Reichs Anhänger der Nazis. Als 18-jähriger begann er 1938 eine Offizierslaufbahn im Potsdamer Infanterie-Regiment 9, aus dem sich eine große Zahl der späteren Widerständler rekrutieren sollte. Dieser von Adligen dominierten Einheit gehörte beispielsweise auch der spätere Bundespräsident Richard von Weizsäcker an.

Vermutlich aufgrund seiner Erfahrungen mit der brutalen Kriegsführung der Wehrmacht in Osteuropa distanzierte sich Klausing innerlich vom NS-Staat. Nach einer Verwundung im Herbst 1943 wurde er zum Oberkommando des Heeres in Berlin versetzt und geriet dort in Kontakt mit den Verschwörern um Stauffenberg. Zweimal begleitete er Stauffenberg im Juli 1944 zu Besprechungen mit Hitler, eine Bombe im Gepäck, ohne dass der Anschlag unternommen werden konnte. Am 20. Juli sollte Klausing im Berliner Bendlerblock die Kommunikation der Verschwörer koordinieren. Nach dem Scheitern des Attentats konnte er unter Einsatz der Schusswaffe aus dem abgeriegelten Bendlerblock entkommen und bei Freunden im Südwesten Berlins untertauchen. Wohl um diese Freunde sowie seine Familie nicht zu gefährden, aber auch, um zu seiner Tat zu stehen, stellte er sich am nächsten Morgen seinen Verfolgern. Ihm muss bewusst gewesen sein, dass er damit in den sicheren Tod ging.

Die Übernahme von Verantwortung, die Selbstständigkeit des Denkens und der Mut, daraus Konsequenzen zu ziehen, sind Eigenschaften, mit denen sich auch die zis Stiftung für Studienreisen identifiziert.

Satzung und Bilanz der Friedrich Karl Klausing-Stiftung